Abarth Legenden - Teil 2: Kurt Ahrens
Kurt Ahrens, Jahrgang 1940, Braunschweig

Kurt Ahrens begann seine Rennfahrer-Karriere 1958 im Alter von 18 Jahren. Bereits zwei Tage nach Erhalt seines Führerscheins fuhr er sein erstes Rennen und auch die Erfolge stellten sich schnell ein. Ahrens, der in seiner motorsportlichen Laufbahn Werksfahrer bei Porsche, BMW, Abarth, Mercedes und Ford war, wurde drei Mal Deutscher Rennwagenmeister, Europapokalsieger und Markenweltmeister mit Porsche. Er gehörte zwischen 1967 und 1970 im Sport- und Formelwagen zu den Weltklassepiloten. In dieser Zeit, nämlich von 1964 bis 1970 fuhr er die Rennwagen von Carlo Abarth.
Hans Herrmann, der bereits Werksfahrer bei Abarth war, empfahl Carlo Abarth einen schnellen deutschen Rennfahrer - Kurt Ahrens. Die Testfahrten in Vallelunga verliefen erfolgreich und Ahrens pilotierte nun die Rennwagen mit dem Skorpion. Er fuhr jedoch nicht ausschließlich für Abarth, denn Ahrens hatte auch seine Formel 2- und -3-Rennen zu absolvieren. So kam die Vereinbarung mit Carlo Abarth zustande, dass er bei Veranstaltungen, die sowohl Austragungsort der Formel- als auch Abarth-Rennen waren, neben seinen Einsätzen im Formelwagen auch für Abarth ins Lenkrad griff. So gewann "Kurtchen" bis zu drei Rennen an einem Wochenende mit verschiedenen Marken.
Ahrens fuhr zahlreiche Abarth- Rennwagen, wie Fiat Abarth 850 TC, 1000 TC, 1000 Berlina, 1300 Bialbero, 1300 GT, 2000 SP oder Simca 2000 GT, mit denen er viele Siege feierte.
Neben dem Sieg beim 500-km-Rennen ist der Klassensieg beim Großen Preis der Tourenwagen auf dem Nürburgring hervorzuheben, als er mit Klaus Steinmetz im 1000 TC zudem noch den sechsten Platz im Gesamtklassement unter 82 Startern herausfuhr.
Seine Erfolge blieben nicht unbemerkt und 1968 schaffte Ahrens den Sprung in die Formel 1. Für den Großen Preis von Deutschland stellte Brabham ihm einen Formel 1-Wagen zur Verfügung. Nach eigenen Aussagen war die Formel 1 jedoch nicht seine Welt. Das Reisen zu Veranstaltungen auf der ganzen Welt hätte für den Amateur Ahrens bedeutet, seine Arbeit im väterlichen Unternehmen aufzugeben. So widmete er sich der Formel 2 und den Sportwagen. In der Formel 2 mischte er erfolgreich im Feld mit Fahrern wie Jochen Rindt, Jackie Stewart, Jacky Ickx, Clay Regazzoni, Ronny Peterson, François Cevert, Brian Redman und Jo Siffert mit und sorgte für manche Überraschung. Auch abseits der Rennstrecke pflegte er enge Freundschaften, u.a. mit Jochen Rindt.
Das F 2-Rennen auf dem Hockenheimring 1968 bleibt für Ahrens immer besonders in Erinnerung. Dort führte er nämlich das Rennen an, in dem Jim Clark tödlich verunglückte. Abends zuvor war er gemeinsam mit Clark Gast im ZDF-Sportstudio.
Für Porsche war er im 908 und 917 unterwegs. Mit Jo Siffert holte er den ersten 917er Sieg beim 1000 km-Rennen auf dem Österreichring. Zwei Mal stand er mit dem Porsche 917 LH beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans auf der Pole-Position, 1969 mit Rolf Stommelen und 1970 mit Vic Elford.
1970 gab Ahrens seinen Rücktritt bekannt und bestritt 1971 sein letztes Rennen.
Fragt man den ehemaligen Abarth-Werksfahrer
Kurt Ahrens heute nach seinem früheren Chef, Carlo Abarth, beschreibt er ihn wie folgt: "Carlo war ein Perfektionist, der großen Wert darauf legte, dass alles korrekt ablief. Uns Fahrern versuchte er, jeden Wusch zu erfüllen, damit seine Autos schneller wurden. Doch es gab auch solche Fahrer, die er nicht so mochte und diese hatten bei ihm nichts zu Lachen. Auffallend war auch sein Auftreten an der Rennstrecke: Stets in einem Anzug gekleidet, kümmerte er sich doch um alles, was gerade anfiel."
Noch bis heute ist Kurt Ahrens mit den Abarths verbunden. Er ist oft in Oschersleben begeisterter Zuschauer der Abarth Coppa Mille und freut sich jedesmal, wenn er die toll vorbereiteten Autos im Renneinsatz erleben kann.
In diesem Jahr steht ein weiteres Highlight an: Im April bei der Veranstaltung "Hockenheim Historic" ist das Special 2010 "70 Jahre Kurt Ahrens". Im Rahmen dieser Veranstaltung sollen viele seiner ehemaligen Rennwagen vor Ort sein und auch die Abarth Coppa Mille wird an den Start gehen.
Mehr Informationen zu Kurt Ahrens unter: www.ahrens24.de
Fotos: Braun, Weitmann, Peter